Lebhafter Balladen-Wettkampf

Siebtklässler der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien wollen mit ihrem Vortrag vor Publikum auch eine Jury überzeugen.

ST. BLASIEN. Mit einem Balladen-Battle, also einem Wettbewerb, verbrachten die beiden siebten Realschulklassen der Fürstabt-Gerbert–Schule die letzten Stunden vor den Weihnachtsferien. Und wer das Vortragen von Balladen aus der eigenen Schulzeit noch als trockene Angelegenheit in Erinnerung hat, der wäre an diesem Morgen eines Besseren belehrt worden. Bunt und lebhaft ging es nicht nur auf der Bühne zu.

"Uuuuuund", ruft Lehrer Claudius Tretter, "Action" fallen die Mädchen und Jungen rund um die Bühne ein. Und dann geht es los. Brandon, Joshua und Jakob haben Goethes "Erlkönig" vorbereitet und reiten standesgemäß mit einem Steckenpferd ein. Auf der Bühne wird engagiert deklamiert, davor mitgefiebert. Denn eine Jury wacht aufmerksam über die Darbietungen. Außer Claudius Tretter sitzen auch seine Kollegen Katharina Zangl und Benjamin Geiger am Jurytisch, und auch Schulleiterin Susanne Schwer hat es sich nicht nehmen lassen, zuzuhören und zuzuschauen.

Ganz unterschiedlich haben die Gruppen aus beiden Klassen ihre Texte vorbereitet. Für "Nis Randers" von Otto Ernst etwa haben Jasmin und Elina Feuer und tosende Fluten auf große Blätter gemalt, die sie hinter sich an der Wand befestigen. Jim und Kevin dagegen, die sich "Der Maulwurf muss weg" von Hans Scheibner ausgesucht haben, bauen eine kleine Landschaft auf einem Tisch auf der Bühne auf. Die aus braunem Tonpapier ausgeschnittenen Maulwurfshügel lassen sie zwischen dem satten Grün des Tonpapierrasens auftauchen, und dem Publikum erschließt sich die ganze Verzweiflung des Gartenbesitzers, als auch noch Gießkanne und Gartenschlauch – in echt und nicht aus Tonpapier – zum Einsatz kommen. Bei Goethes "Schatzgräber" bringen Lukas und Philip eine echte Schatztruhe auf die Bühne. Und als Lara und Sarah "Verwunschen" von Wilhelm Busch vortragen, wird sogar die Bühne selbst miteinbezogen. Das Verlies, in das das arme Burgfäulein muss, weil es nicht den vom Vater ausgesuchten Ritter heiraten will, entsteht während des Vortrags, als Mitschüler ein Bühnenelement zur Seite ziehen.

Die Spannung im Publikum ist groß, schließlich geht es auch darum, welche der Gruppen mit ihrem Vortrag den ersten Platz macht und welcher Klasse sie angehört.

Die Entscheidung fiel zwischen "Verwunschen" und "Erlkönig"
"Alter, wenn die das verkacken", raunt ein Schüler seinem Sitznachbarn zu, als seine Favoriten auf die Bühne gehen. Und "Am Anfang hat er wieder genuschelt", kommentieren zwei Mädchen leise den Auftritt eines Klassenkameraden. Schließlich haben sie in den Klassen für diesen Wettbewerb geübt und an ihren Vorträgen gefeilt."Wir sind alle völlig baff", lobt Claudius Tretter am Ende die Auftritte der Mädchen und Jungen. Obwohl immer wieder ältere Schüler durch den Flur getappt waren oder eine Durchsage die Vorträge unterbrochen hatte, konnten alle ihre Zuhörer begeistern."Verwunschen" und die zweite Erlkönig-Gruppe – Joana und Leah – wollte die Jury noch einmal auf der Bühne sehen. Und nicht nur den drei Lehrern fiel die Auswahl schwer. Auch den Schülern, die mit Klatschen, Trampeln und Johlen an der Entscheidung beteiligt waren, gefielen alle Vorträge.Das Rennen machte schließlich das Team Lara und Sarah aus der Realschulklasse 7a mit "Verwunschen". Die beiden Siegergruppen erhielten Gutscheine, Schokoweihnachtsmänner gab es für alle Teilnehmer. Und noch ein dickes Lob von Schulleiterin Susanne Schwer: "Ich möchte allen danken. Ich bin Deutschlehrerin, mir geht das Herz auf, wenn ich höre, wie toll ihr alle die Balladen gelernt habt".

Artikel: http://www.badische-zeitung.de/st-blasien/lebhafte...

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