Chemie ist Teil des Alltages

Der Verein "Science und Technologie" wirbt an Schulen in Bernau und St. Blasien für die Naturwissenschaften.

Das Science Mobil, das Kinder und Jugendliche für naturwissenschaftliche Fächer begeistern und Berufe vorstellen soll, war wieder in der Region zu Gast. In der Bernauer Grundschule präsentierten Esra Mandaci und Harald Schmück das Programm "Material genial". In St. Blasien bekamen die Grundschüler der Fürstabt-Gerbert-Schule die gleiche Show zu sehen, für die älteren Schüler hieß es "Chemikant und Co."

"Was macht Ihr, um keinen Sonnenbrand zu bekommen", fragt Esra Mandaci im Bernauer Klassenzimmer in die Runde. Viele Finger gehen hoch. "Je heller man ist, desto schneller bekommt man Sonnenbrand. Deswegen haben die Leute in Afrika dunkle Haut, da kriegen sie keinen Sonnenbrand", erklärt einer der Viertklässler. Und als Schutz cremt man sich ein. Esra Mandaci hat ein Tuch mit weißen Perlen darauf dabei. Das legt sie nun auf eine spezielle UV-Lampe. Kurze Zeit später haben sich einige der Perlen bunt verfärbt. Die Kinder staunen. Die Kunststoffperlen haben auf das UV-Licht reagiert. Ein Teil allerdings ist hell geblieben. Diese Perlen hat Mandaci zuvor mit Sonnencreme eingecremt. Sie erklärt, dass solche Perlen genutzt werden können, um festzustellen, wie lange man sich sicher in der Sonne aufhalten kann.

Harald Schmück zeigt, dass auch Blut leuchten kann. Das ist aber etwas komplizierter, verschiedene Dinge müssen zuerst zusammengemixt werden. Daher holt sich Schmück Unterstützung aus dem Publikum. Gemeinsam vermischen die beiden Waschpulver, Wasser und einen Stoff namens Luminol in einem Glaskolben. Zum Schluss kommt etwas Tierblut dazu, vom Metzger besorgt, wie Schmück erklärt. Und schon leuchtet es im Kolben kräftig blau, wird aber auch schnell wieder blasser. Das Eisen im Blut, so finden die Schüler in Bernau und St. Blasien mit Schmücks Hilfe heraus, sorgt im Kontakt mit der vorher hergestellten Lösung für den Farbeffekt. Dieser hilft der Polizei, an Tatorten nachzuweisen, dass dort jemand geblutet hat, auch wenn das sichtbare Blut bereits weggewischt wurde, erklärt Schmück.

Lacke, die bei wechselnder Temperatur die Farbe verändern, eine Modelliermasse, die man mit Silikon und Speisestärke herstellt, lichtdurchlässiger Beton, leuchtende Farben – spannend ging es auch im Chemiesaal der Fürstabt-Gerbert-Schule zu. Mit ihren Experimenten wollten die Mitarbeiter des Vereins Science und Technologie, dessen Sitz in Teningen ist, die Schüler nicht nur an Wissenschaft und Technologie heranführen, wie es auf der Homepage heißt, bei ihren Shows zeigen die Gäste auch, welche Berufe es in dem Bereich gibt: Die Neuntklässler der Fürstabt-Gerbert-Schule erfuhren an dem Vormittag, dass ein Chemielaborant im Labor an neuen Materialien mitforscht – zum Beispiel, wenn ein lichtdurchlässiger Beton entwickelt oder Alternativen für Plastik gefunden werden soll. Kunststoffe, so Mandaci, gibt es schon. Holz (Lignin) und auch Milch Casein) würden dafür beispielsweise die Grundstoffe liefern.

Was der Chemielaborant im Labor herausfindet, setzt der Chemikant i großen Stil um, erläuterten Schmück und Mandaci. Und der Pharmakant kümmert sich um Produkte für den Menschen – er arbeitet also zum Beispiel an Kosmetikartikeln.

"Chemie klingt erst einmal negativ", sagt Esra Mandaci. Backen sei zum Beispiel auch eine chemische Reaktion und Medikamente könnten etwa mit Hilfe von Mikroverkapselungen effektiver wirken. Chemie begegne uns also im täglichen Leben ständig, etwa im Badezimmer oder in der Küche, und sei durchaus positiv.


Zum vollständigen Artikel: http://www.badische-zeitung.de/st-blasien/chemie-ist-teil-des-alltages

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