Geschichtsexkursion zum ehemaligen Bad Boll – 17.7 – R8c
Morgens um 7:30 startete unsere Exkursion auf dem Wanderparkplatz Boll oberhalb der Wutachschlucht.
Nach kurzen organisatorischen Punkten und einer groben geschichtlichen Einbettung liefen wir auf einem kleinen Wanderweg in den Wald.
Unser erster Halt war die gut versteckte Burgruine „Boll“ oder Neu-Tannegg, welche noch oberhalb der Wutach vor dem Abstieg liegt. Von der Burg steht nur noch eine Seitenwand, welche stark einsturzgefährdet ist. Bereits im 19 Jahrhundert, zur Blütezeit vom ehemaligen Bad Boll, war die Burg bereits stark zerfallen und nur noch bruchstückhaft existent. Sie diente den Kurgästen gleichzeitig als Ausflugsziel und Verkörperung der Romantik als Wahrzeichen einer längst vergangenen Epoche.

(Postkarte aus dem Jahr 1903)
Anschließend flanierten wir den in Serpentinen angelegten Weg hinunter bis wir auf Höhe der Wutach angelangt waren. Die allerletzten Teerreste
und an mancher Stelle gerade noch sichtbarer Asphaltbelag, zeugen von früherer Infrastruktur, welche sich die Natur inzwischen zurückerobert.
Eine Infotafel mitten im Grün verrät den neugierigen Spaziergängern von der vergangenen Existenz eines Kurhauses. Wir betrachten die Topografie des Geländes
genauer und können erahnen wo das Kurhaus gestanden haben könnte, der Anbau und auch wo die Wege damals lang geführt haben.
Untermalt wird die Imagination von historischen Aufnahmen. Auf den Bildern zu sehen sind der Tanzsaal, eine Kurgesellschaft mit den damaligen Pächtern und
natürlich auch das Kurhaus selbst ist darauf zu sehen. Vor 35 Jahren stand es noch an Ort und Stelle, wo heute alles grün ist, Bäume stehen und niemand ein Gebäude zu
vermuten mag. Wer besonders genau hinschaut erkennt unter der grünen Wiese und etwas Moos die Grundmauern des alten Kurhauses.

(Kurgesellschaft und Kurhaus Anfang 20. Jhd.)
Wir machten einen Abstecher zur Wutach, hörten dem Geplätscher und den Flussgeräuschen zu, während wir die Gedanken in Form eines Gedichtes von Besuchern
vor mehr als 100 Jahren vernommen haben, die exakt an dieser Stelle saßen und damals bereits dem Plätschern der Wutach lauschten.
Anschließend ging es zur Kapelle, dem letzten Gebäude vom ehemaligen Kurbetrieb. Neben ihr die Quelle, welche zu den Hochzeiten von Bad Boll heilendes Wasser führte, ist zwischenzeitlich nicht mehr als ein kleines Wasserloch, dem man kaum Beachten schenken würde, wüsste man nicht um seine glamouröse Vergangenheit. Die Kapelle mit der darunterliegenden Trinkgrotte ist renoviert worden und kann betreten werden.

(Gruppenbild an der Wutach)
Nach einer kleinen Pause und weiteren Infos zu den weltberühmten Gästen von damals ging es weiter einem Wanderweg entlang der Wutach. Dem geschulten Auge fällt sofort auf, dass die Bäume entlang des Weges keinesfalls natürlich gewachsen, sondern exakt so angelegt wurden. Der angelegte Weg mit Allee-Bäumen führte die Kurgäste des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu einem künstlich angelegt See, welcher heute nicht mehr als ein Sumpf, vor einer enorm hohen Felswand ist.

(Brücke vor besagter Felswand)
Die Schülerinnen und Schüler stellten sich vor, wie die Menschen damals auf dem kleinen See Gondelfahrten
bei Vollmond mit ihrenLiebsten machen konntenum das Erlebnis in Bad Boll perfekt abzurunden.
Folgt man dem Weg noch etwas weiter kommt man zu einem verspielten Wasserfall, welcher bei genauer Betrachtung
sowohl die Fantasie der damaligen Gäste, als auch die heutiger Wanderer anzuregen vermag.
Nach ein paar letzten Gedichten aus der Vergangenheit zu diesem Ort, welche die Imagination
(Vorstellung von dem was war) angesprochen haben, machten wir uns auf den Rückweg

(Wasserfall am Ende des ehemaligen Kurgeländes)










